Korridorsanierung Hamburg–Berlin: Ab heute Vollsperrung. Neunmonatige Dauer und Umleiterkonzept in der Kritik
Die dritte der sogenannten „Korridorsanierungen” der DB zwischen Hamburg und Berlin ist ein Belastungstest für die Schienenkunden, die Eisenbahnunternehmen, aber auch für das Vertrauen in das Großprojektmanagement der DB InfraGOZunächst nur als Arbeitstitel gehandelt, wurden in der DB InfraGO AG zum 01. Januar 2024 die DB Netz und DB Station&Service zur DB-Infrastruktur-Tochter zusammengelegt.. Es handelt sich um den größten Eisenbahn-Shutdown, den es je in Deutschland gab. Die ursprünglich für sechs Monate geplante Vollsperrung (06. Juni bis 13. Dezember 2025) wurde im Dezember 2023 auf neun Monate (01. August 2025 bis 01. Mai 2026) ausgeweitet – ohne triftige Erklärung oder schriftliche Vorabinformation an die Kunden. Noch immer fehlen Antworten auf zahlreiche Fragen und ein belastbarer Bauablaufplan, woraus ersichtlich wäre, dass die Strecke und die mittelbar betroffenen, in Wittenberge, Ludwigslust und Hagenow abzweigenden Strecken – insgesamt werden 384 Kilometer Strecke stillgelegt – wirklich für ein dreiviertel Jahr vom Verkehr genommen werden müssen. Betroffen sind täglich zwischen 80 und 90 Güterzüge und natürlich auch der Fern- und Nahverkehr in einem riesigen Gebiet.
Abb. Korridorsanierung 44: „Eisenbahnfreier Raum“ während der Korridorsanierung Hamburg-Berlin
Spätestens seitdem die Ausrüstung der Strecke mit dem neuen Leit- und Sicherungssystem ETCSEuropean Train Control System; digitales Zugsicherungssystem aus der aktuellen Sperrung in die Zeit nach 2030 verschoben wurde, steht die Frage im Raum, wie schnell eigentlich gebaut wird. Anfängliche Aussagen, dass der Ersatz der sogenannten „Festen Fahrbahn” (Betonunterbau von Schwellen und Gleisen) durch herkömmlichen Schotter ersetzt werden müsse und dies bestimmend für die Bauzeit sei, erwiesen sich als unsinnig, weil nur drei Kilometer Feste Fahrbahn überhaupt ersetzt werden.
Zugleich sind trotz mehrfacher Gespräche Schwächen im Umleiterkonzept für den Güterverkehr nicht beseitigt: Statt verlässlich funktionierender Alternativrouten drohen Züge, insbesondere im Güterverkehr, auf absurde Umwege gezwungen zu werden. Teilweise werden bis zu 30 Güterzüge täglich über Köln und Leipzig nach Tschechien umgeleitet – Grund sind zunächst nicht berücksichtigte Baustellen auf UmleiterstreckenStrecken, auf die Züge z. B. im Rahmen von Bauarbeiten ausweichen können, wenn die präferierte Hauptroute gesperrt ist.. Bei früheren Vollsperrungen der Strecke Hamburg-Berlin, etwa 2021 und zuletzt für vier Monate im vergangenen Jahr – zeigte sich auch, dass die Annahme, auf UmleiterstreckenStrecken, auf die Züge z. B. im Rahmen von Bauarbeiten ausweichen können, wenn die präferierte Hauptroute gesperrt ist. gäbe es keine Störungen durch kaputte Oberleitungen oder unbesetzte StellwerkeEin Stellwerk ist eine ortsfeste Bahnanlage der Eisenbahn zur Steuerung des Bahnbetriebs. Dort werden Weichen mit Hilfe von Signalen verstellt. Dadurch können Züge abbiegen nicht verlässlich ist. Ein auf dem Papier funktionierendes Umleiterkonzept scheitert an diesen Stellen an der tristen Wirklichkeit.
Abb. Korridorsanierung 45: Güterbahn-Umleiter während der Korridorsanierung Hamburg-Berlin
Die GÜTERBAHNEN haben sich daher der Forderung der betroffenen Bundesländer nach einem Projektbeirat angeschlossen, der den Ablauf der Sanierung begleiten und etwaige Verkürzungspotenziale identifizieren soll – damit der Verkehr auf der sanierten Strecke so schnell wie vertretbar wieder laufen kann.
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Die Branche spricht sich dafür aus, „Ankermaßnahmen“ als wichtigste erste Schritte zu verfolgen. Sie sollen das Gesamtnetz möglichst zügig stärken.
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### Die Deutsche Bahn will ein “Hochleistungsnetz”
Das Konzept Generalsanierung wird zum ersten Mal von der Deutschen Bahn ins Spiel gebracht.
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