Pferde und Fahrräder
Unlängst kam eine Reiterin im Kreis Esslingen aus dem Wald auf eine schmale asphaltierte Straße. Eine Radlerin fuhr vorbei, das Pferd scheute, stürzte und musste eingeschläfert werden.
Der Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) macht im Titel natürlich gleich daraus: "Wie rücksichtslose Radfahrerin den Tod eines Pferds bei Auenwald mitverursachte" (Bezahlschranke). Der Zeitungsartikel, auf den mich Blogleser Ralf aufmerksam gemacht hat, stellt den Vorfall aus Sicht der Reiterin dar. Demnach kam sie mit einer Freundin (also zwei Pferde) auf eine kleine Straße, auf der wenig los ist, aber Autos und Fahrräder unterwegs ein können. Sie habe "aufgepasst, als sie mit ihrem Pferd vom Feldweg aus den Asphalt betrat." Doch plötzlich sei eine Radfahrerin von hinten kommen, eigentlich "herangerauscht". Ihr Pferd, das eigentlich nicht schreckhaft sei, habe sich erschrocken "durch das lautlose Daherzischen". Erschrecken heißt bei Pferden, ein ruckartiges Zusammenzucken und die Einleitung einer Flucht. Es rutschte mit den Hufeisen auf nassem Aphalt aus, stürzte, brach sich ein Bein und musste eingeschläfert werden.
So ganz passt das für mich nicht zusammen, aber das mag der Verkürzung durch die Presse geschuldet sein. Entweder die Reiterin kam gerade auf den Asphalt, dann aber hätte die Radlerin nicht von hinten kommen können und sie hätte sie kommen sehen müssen, da sie ja aufpasste, oder sie war schon auf der Straße und hatte das Pferd in eine Richtung gedreht. Dann aber spielt es keine Rolle, ob sie vorher aufgepasst hatte. Vermutlich liegt beides zeitlich nah beieinander. Wie dem auch sei. Ein "Zischen" ist auch nicht lautlos. Aber das sind typische Aussagen zu Radfahrenden: Man hat sie nicht kommen sehen, sie sind so leise, dass man sie erst beim Vorbeifahren hört, und man hält sie für sehr viel schneller, als sie tatsächlich fahren. Die Reiterin macht der Radlerin im Zeitungsartikel übrigens keine Vorwürfe, appelliert aber an uns Radfahrenden, Rücksicht zu nehmen.
Es gibt keine besonderen Regeln, wie sich Radfahrende bei der Begegnung mit Pferden zu verhalten haben, abgesehen von der im Straßenverkehr immer geltenden Pflicht zur Rücksichtnahme und Voraussicht.
>>WeiterlesenAb dem dritten Tag nach Erscheinen werden Kommentare von mir händisch freigegeben. Sonst habe ich zu viele Spams.