Christa Dürscheid
christaduerscheid.bsky.social
Christa Dürscheid
@christaduerscheid.bsky.social

Linguistin

Christa Dürscheid, is a German linguist and professor at the University of Zurich, Switzerland. Her main research interests include grammar, variational linguistics, didactics of language, writing systems, and media linguistics. In the English-speaking research community, she is best known for her publications about language use in the New Media. .. more

Communication & Media Studies 50%
Philosophy 17%

„Moiën!“ - In einem Reiseführer zu Luxemburg stehen einige interessante Vokabeln. Doch mehr Infos zum Nebeneinander von Französisch, Deutsch und Luxemburgisch im Großherzogtum Luxemburg findet man in dem Buch „Deutsch in Europa“ (ab S. 70, gratis unter elibrary.narr.digital/xibrary/medi...)

Vor 150 Jahren wurde das Telefon patentiert. Alexander Graham Bell hatte damals eine Vision, die sich erfüllt hat: Heute können wir von Angesicht zu Angesicht telefonieren. Doch wie oft nimmt man diese Möglichkeit in Anspruch? Wann schaltet man das Video ein, wann nicht?

In Deutschland scheint es diesen Widerspruch auch zu geben, vgl. Wart mal gschwind: www.youtube.com/watch?app=de...
Willi Astor - Schwabenlied ( wadde ma gschwind)
YouTube video by Oliver Schulz
www.youtube.com

“Wart schnell“ sagt ein Schweizer zu mir, und schon geht es los. Wie der Blitz fang ich an zu warten, und wenn ich mich richtig anstrenge, kann ich sogar noch schneller warten. 😄 Das Zitat stammt von blogwiese.ch/archives/120 Bringt es nicht den Widerspruch herrlich auf den Punkt?

Wie gut, dass darüber informiert wird, an wen man sich wenden kann. Doch warum ging bei Notfall die Endung -en verloren? Wurde das so aus der gesprochenen Sprache übernommen? Oder liegt es daran, dass der Nominativ hier den Akkusativ, der ja eigentlich zu haben gehört, verdrängt?

etwas festhalten/etwas loslassen. Beide Verben stehen mit Objekt. Aber im Unterschied zu festhalten wird loslassen oft auch ohne Objekt verwendet: Man muss halt loslassen können etc. Und das ist hier wohl gemeint.

Vor einer Stunde hat heute, an Weiberfasnacht, in Köln der Straßenkarneval begonnen. Da möchte man doch laut Helau! rufen. Oder besser doch nicht. Die Kölner Jecken würden das nicht gerne hören. Deshalb besser: Kölle Alaaf!!

Impaktierte, dislozierte
mehrfragmentäre, komplett intraartikuläre, distale Radiusfraktur . Dies ein Beispiel aus der medizinischen Fachsprache. Was das alles bedeutet? Oft hilft ein Lexikon weiter, manchmal auch das eigene Erleben. So auch beim Monokelhämatom. Ein schönes Wort.

Beim Perfekt geht buk, anders als molk, wieder in die reguläre Konjugation über.

Da fragt man sich bei der Lektüre: Müsste es nicht 'molk sie 15 Kühe' heißen? Doch das ist nicht der Fall: melken ist wie backen ein Verb, das zwei Varianten zulässt, melkte/molk und backen/buk. Doch warum ist es bei anderen Verben nicht so, z.B. singte/sang oder liegte/lag?

Meitli, Rüebli, Weggli. Es gibt viele Wörter, die in der Schweiz mit der Endung -li gebildet werden. Es gibt aber auch einige, bei denen das seltsam wäre. Das ist bei Fränkli der Fall - und wohl auch bei Quadrätli. Doch hier passt es, es geht ja um ganz feine Guetsli.

Nach der Corona-Zeit gibt man wieder die Hand - oder doch nicht? Überhaupt stellt sich die Frage, in welchen Kontexten man vor Corona die Hand gegeben hat. Auch unter guten Bekannten? Oder gerade nicht? Ist das nicht ein Distanzmarker? Und welche regionalen Unterschiede gibt es?

Was ist davon zu halten?

Linker Denker Chomsky schrieb von einer «Hysterie um den Missbrauch von Frauen»
www.tagesanzeiger.ch/noam-chomsky...
Linker Denker Chomsky an Epstein: «Gibt eine Hysterie um den Missbrauch von Frauen»
Der prominente Akademiker und Kapitalismusgegner Noam Chomsky hatte wohl doch mehr mit Epstein zu tun als zuvor behauptet.
www.tagesanzeiger.ch

Heute geht es um den Bodden. Wer an der Ostseeküste lebt (oder im Erdkundeunterricht gut aufgepasst hat), weiß sicher, wovon die Rede ist. Für alle anderen zur Info: Das Substantiv leitet sich vom niederdeutschen Wort für Boden/Grund ab und bezeichnet ein flaches Küstengewässer.

Ja, einfach nur gestolpert. Dumm gelaufen - im doppelten Sinne des Wortes.

Der Arm ist gebrochen und eingegipst. Was nun? Zum Glück ist nicht die rechte Hand betroffen. Also weiter mit dem Schreiben, passend zum Thema: Welche Varianten gibt es für das Wort Gipser? Putzer, Stuckateur, Verputzer - oder noch andere Bezeichnungen?

Das Sprachquiz in der SonntagsZeitung[sic] enthält immer wieder interessante Fragen. Hier ein Ausschnitt daraus. Die Antwort auf Frage 7 ist nicht schwer. Doch wie kommt es zu der Formulierung „meines Wissens nach“? Vermutlich ist das eine Analogiebildung zu „meiner Meinung nach“.

<mm>, <tt>, <rr>. In der Regel tritt diese Verdopplung auf, wenn der vorangehende Vokal kurz gesprochen wird. Das zeigen Wortpaare wie wen/wenn, Hüte/Hütte. Auch bei Haken/Hakken ist das der Fall, mit dem Unterschied, dass aus <kk> im Deutschen <ck> wird. Doch hier besser ohne<c>.

Da gerade von Dormagen die Rede ist (das ist die Antwort auf die gestrige Frage) hier ein passendes Sprichwort. Wie originell sind doch solch kreative Abwandlungen! 😉Dazu noch zwei Beispiele: Reden ist Silber, Ausreden ist Gold. Einem geschenkten Link vertraut man nicht blind.

Hier noch zwei weitere seltsame gern-Aussagen: „In der Hektik geht gern mal etwas verloren.“ und „Bei der Raserei auf der Autobahn passiert gern mal ein Unglück“.

Dormagen stimmt - aber in Westfalen liegt das nicht …

Es gibt so viele schöne Dialekte im deutschsprachigen Raum. Hier sehen wir ein Beispiel dafür, der Liedtext ist in Dialekt verfasst. Wo wurde dieser Liedzettel wohl ausgegeben? In einer Kirche in Bregenz, Winterthur, Balzers oder Dormagen? Und um welchen Dialekt handelt es sich?

Wenn von Modewörtern die Rede ist, denkt man meistens an Wörter wie achtsam, agil und proaktiv. Gibt es auch Modeendungen? Ein Kandidat dafür kann -lichkeit sein, so in Wörtern wie Verantwortlichkeit (warum nicht Verantwortung)? Hier eine Liste mit -lichkeit-Wörtern.

Wohin mag es führen, wenn die KI immer empathischer wird, nein: wirkt? Kann es sein, dass sie in einer Partnerschaft als Konkurrenz angesehen wird? Das mag seltsam erscheinen. Aber ist es nicht so, dass man mit der KI sehr gute Dialoge führen kann?

Noch ein schönes Beispiel: Warum das Glas als Kaktus gestaltet ist, erklärt sich durch den Text.

In dem Buch „Deutsch in Europa“ gibt es ein interessantes Kapitel zum Thema „Deutsch in Luxemburg“, vgl. elibrary.narr.digital/xibrary/medi... Hingewiesen sei auch auf das Wörterbuch „Luxemburger Standarddeutsch“. Darin finden sich z.B. folgende Wörter: Transportminister, Kirchenfabrik, Benevolat.

Wie interessant ist doch die Linguistik! Und natürlich sollte schon in der Schule zum Nachdenken über Struktur und Funktion von Sprache(n) angeregt werden. Da bietet sich die Teilnahme an der Linguistik-Olympiade an: linguistikolympiade.de . Hier eine der Aufgaben von 2025.

Bestellt man nicht auch in Köln eine „Pommes mit Mayo“?

Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Pommes. Diese Bezeichnungen für verschiedene Arten der Kartoffelzubereitung kennt man im Rheinland. Wie sagt man dafür anderswo? In der Schweiz nennt man Pellkartoffeln Gschwellti. Doch spricht man auch von Salzkartoffeln? Und wo sagt man Fritten?