**Programmtipps**
Der Februar ist ein besonderer Monat – kurz, oft kühl oder nass, und doch steckt in ihm eine fast geheimnisvolle Stimmung. Es ist die Zeit zwischen Winter und Frühling, in der die Dunkelheit langsam weicht, das Licht aber noch zögerlich zurückkehrt. Diese Übergangszeit bringt eine gewisse Nachdenklichkeit mit sich – vielleicht, weil man spürt, dass etwas Neues bevorsteht, ohne dass das Alte ganz verschwunden ist. Im Theater ist der Februar oft ein Monat der inneren Bewegung: Figuren beginnen, über Veränderungen nachzudenken, alte Masken fallen zu lassen. Theater im Februar hat deshalb eine besondere Wirkung: Es wirkt intensiver, weil draußen die Welt noch ruht, während auf der Bühne Emotionen toben.
Wer kennt sie nicht, die Geschichten von den unartigen Kindern, die ein böses Ende nehmen: Zappel-Philipp, Suppenkaspar, Struwwelpeter, Hanns-Guck-in-die-Luft, Konrad, der Daumenlutscher, die Pyromanin Paulinchen, der böse Friederich & Co.? Zusammengefasst im Buch „Der Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann sind sie so legendär wie umstritten. Seit ihrer Erstveröffentlichung 1845 haben die Erzählungen nichts von ihrer gruseligen Faszination verloren. Die britische Kultband „The Tiger Lillies“ hat den pädagogisch fragwürdigen Stoff zusammen mit den Autoren Julian Crouch und Phelim McDermott zu der wunderbar anarchischen Junk-Oper **Shockheaded Peter (Der Struwwelpeter)** umgearbeitet. Mit viel groteskem Witz und einer bunten musikalischen Mischung bietet das mehrfach preisgekrönte Musical am **07. Februar** ein „Mordsvergnügen“ für alle, die Spaß an einer gehörigen Portion schwarzen Humors haben.
Den Reiz von Beethovens 4. Sinfonie macht die Unbekümmertheit aus, das klassisch Fröhliche, und so gehörte sie noch das ganze 19. Jahrhundert hindurch zu den beliebtesten und meist aufgeführten Werken Beethovens. All sein Leid hat Tschaikowsky wiederum in seine Vierte Sinfonie gesteckt. Beide Werke kommen im **Sinfoniekonzert „Mon Ami“** am **14. Februar** zu Gehör.
Nur einen Tag später, am**15. Februar,** erfährt die beliebte Konzertreihe**KLASSIK FÜR ALLE** seine Fortsetzung. Dieses Format richtet sich an all diejenigen, die klassische Musik lieben oder erst lieben lernen wollen. Die Musik wird zunächst erklärt, dann gespielt. Der Eintritt kostet auf allen Plätzen nur 12 Euro!
Alpin-Drums Alpin-Drums.Foto: oh/ Gregor Wiebe
Die gesamte Bandbreite ihrer Percussion-Kunst zeigt die bayerische Trommelsensation **Toni Bartl’s Alpin Drums** am**17. Februar** mit ihrer neuen Show: gewöhnliche Utensilien des Bergalltags werden so ideenreich und witzig zu Musikinstrumenten modifiziert, dass sie einen unglaublichen Sound abgeben. Da grooven Werkzeugkästen und Milchkannen zu klatschenden Händen, fliegen Messer in atemberaubendem Tempo auf ein Brotzeitbrettl, das nur Sekunden später als tönender Tischtennisschläger den Takt angibt. Akrobatisch geht es weiter mit einem mitreißenden Klopf-, Klepper- und Klappstuhltanz, dem ein virtuoses Solo auf Suppenlöffeln folgt. Der Takt der Axt, das Rauschen der Sense, das Zischen des Melkens – das Leben in den Bergen ist Rhythmus pur. Und tatsächlich: „Die Alpen glühen!“.
Kaum eine Frau wurde einst so kontrovers betrachtet wie**Madame Pompadour –** offizielle Geliebte von König Louis XV. und einer der einflussreichsten Frauen des damaligen Frankreichs. Schmissige Melodien wie „Heut könnt einer sein Glück bei mir machen“ oder „Joseph, ach Joseph, was bist du so keusch?“, französische Eleganz und erotisches Feingefühl verschmelzen in Leo Falls Operette am**20. Februar** zu einer Einheit und begeistern das Publikum bis heute.
An eine poetische Ballettadaption von Vivaldis „Die Vier Jahreszeiten“ wagt sich das**Ungarische Nationalballett Győr** am **21. Februar** : Dessen Aufführung stellt das menschliche Leben, den ewigen Kreislauf, dar: Durch Stimmungen und Gefühle, aber aus diesen Milieus heraus entstehen die verschiedenen Charaktere, deren Geschichten das Publikum in dieser Inszenierung fasziniert bis zum Ende verfolgen darf.
JanPlewka_singt_RioReiser. Foto: sven_sindt
Endlich gibt es eine Fortsetzung der Erfolgsproduktion **„Jan Plewka singt Rio Reiser“: Wann, wenn nicht jetzt?“**. Das Folgewerk versammelt am**25. Februar** wieder Lieder aus der Zeit von Rio Reisers Solokarriere, setzt den Schwerpunkt aber bei den Songs aus den Ton Steine Scherben-Jahren. Jan Plewka und Die Schwarz-Rote Heilsarmee holen die Musik der Scherben in die Gegenwart und kreieren eine große, kraftvolle und bilderreiche Show, die sich zwischen Theater, Performance und Konzert bewegt.
Marlene. Foto: Ann-Marie Schwanke_Siegersbusch
Und während der eine in die Zukunft blickt, schaut die andere auf ihr facettenreiches Leben zurück: Weltklasse-Bühnenstar Sven Ratzke, der mit seinen kunstvollen Shows und ausgezeichneter Musik international für Furore sorgt,**** blickt als Marlene Dietrich zusammen mit ihrer Freundin auf die Höhen und Tiefen ihrer legendären Karriere zurück und spürt den Mythos der Diedrich in ihren Liedern nach. Die überraschende, humorvolle und anrührende Geschichte über**Marlene** zeigt das Scharoun Theater am**26. Februar**.
**Kartenvorverkauf Theaterkasse, Porschestraße 41D, per Mail unter****karten@theater.wolfsburg.de****,****telefonisch unter 05361 2673-38, Alle Infos und Karten unter****www.theater.wolfsburg.de******