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Textarbeiter | Dresden | Menschenrechte & Flucht

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Wie überall haben wir es auch hier mit den Folgen der "Akademisierung"/"Verbürgerlichung" der Linken zu tun: Keine Bewegung ist wirklich in der Lage, das Elend und die damit verbundene Orientierungslosigkeit der Massen zu politisieren. Unter diesen Umständen ist zweifellos Schlimmeres zu erwarten.
July 1, 2024 at 12:17 PM
Leider gibt es derzeit nur wenige Ansätze, die in diese Richtung gehen. Dem epidemischen islamistischen "Universalismus" steht ein kommunistischer Universalismus gegenüber, der jedoch nur begrenzt bis gar nicht in der Lage ist, sein Narrativ zu konstruieren, geschweige denn zu organisieren.
July 1, 2024 at 12:15 PM
Ist es möglich, das Thema Flucht und Flüchtlinge auf eine ganz andere, wahrhaftige (möglichst wenig moralisierende) und politisierende Weise zu behandeln? Das ist eine große Frage und die Antwort scheint unmöglich ohne die Beteiligung der Flüchtlinge als eigenständiges politisches Subjekt.
July 1, 2024 at 12:14 PM
Flüchtlinge werden von der faschistoiden Regierung instrumentalisiert und zum Elend verurteilt. Die bürgerliche Opposition bedient sich der Feindseligkeit, um Wähler:innen zu gewinnen, und die linke Opposition bzw. Arbeiter:innenbewegung ist nicht in der Lage, einen eigenen Kontext zu setzen.
July 1, 2024 at 12:02 PM
Auch die Verantwortung der Türkei für Fluchtursachen und die katastrophalen Zustände in vielen Lebensbereichen im Land werden auf die Flüchtlinge abgewälzt. Den "Flüchtling" zu schlagen, ist für viele der einfachste Weg, sich ohne große Kosten zu "entlasten".
July 1, 2024 at 12:01 PM
Dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Flüchtlingsfeindlichkeit ist mittlerweile ein komplexes Phänomen und in weiten Teilen der Gesellschaft fest verankert - immer begleitet von einem kulturalisierten/moralisierten Überlegenheitsanspruch. Die Türkei ist nicht weit von Deutschland entfernt.
July 1, 2024 at 11:59 AM
Ein etwas älteres Buch zu einem immer spannender werdenden Thema: "Die Illusionen der Postmoderne" (Terry Eagleton). Ziemlich knackig (da Essay), aber argumentativ stark und sehr flüssig geschrieben, wie ich finde. falls noch nicht gelesen, viel Spaß :)
January 8, 2024 at 1:58 PM
Eine starke Echo in Deutschland wäre doch eine linke Sache, oder? Man könnte sogar das bayerische Marc O'Polo auch hier zur Verantwortung ziehen. ("Ach lieber warten wir doch, bis sie "bei uns" einen Asylantrag stellen und wir sie genug verhört/überprüft haben, wen sie so wählen und so!")
January 8, 2024 at 1:44 PM
Seit 43 Tagen dauert der Widerstand der Arbeiter*innen von Özak Tekstil in Urfa/Türkei.

Eine deutsche, eine spanische, eine US-amerikanische und eine türkische Textilfirma (samt Polizei) auf der einen Seite, die durch ihre Leihfirma zum Elend verurteilten Arbeiter*innen auf der anderen.
January 8, 2024 at 1:39 PM
Hier fehlt eine klare Stimme der Geflüchteten, die sagt: "Wir sind hier, weil ihr da seid!" Diese Stimme zu organisieren ist keine leichte Aufgabe, die a.m.S. nicht einmal realistisch erscheint. Umso wichtiger ist ein Internationalismus, der sich sachlich mit Lebensgrundlagen/Fluchtgründen befasst.
January 8, 2024 at 12:10 PM
Was die Abschottungsphantasien und -praktiken draußen lassen, sind nicht nur "umherirrende" Menschen. Auch die deutsche Beteiligung bzw. Verantwortung wird (mit zunehmend "kulturalisierten" Argumenten) abgeschoben. Diese Verschließung ist der Nährboden für die "neofaschistische" Verzerrung.
January 8, 2024 at 12:05 PM
ja, du hast Recht. Eigentlich will ich die bürgerliche (und durch und durch deutsche) Heuchelei angreifen, aber mein Ton klingt eher enttäuscht, was der deutschen Politik einen "Verrat" unterstellt, den sie nicht begehen kann, weil sie von ihren eigenen Maßstäben keineswegs abweicht.
January 8, 2024 at 11:16 AM